Auszeichnungen

Gefahrenfreie Hof-Zone

Die Drexls haben ihren Hof so kindersicher wie nur möglich gemacht

Schwifting - Als erster landwirtschaftlicher Betrieb in ganz Bayern und zweiter bundesweit hat der Hof von Bernhard und Petra Drexl die „Plakette für Kindersicherheit“ erhalten. Damit zeichnete die Land- und forstwirtschaftliche Berufsgenossenscharft Franken und Oberbayern (LBG) einen in punkto Sicherheit für Kinder vorbildlich ausgestatteten Bauernhof aus. Als Datum für die Pilotveranstaltung der auch in der Schweiz und in Österreich initiierten Aktion „Kinder sicher und gesund auf dem Bauernhof“ hatte die LBG passender Weise den Weltkindertag am 20. September gewählt. Bernhard Drexl hat den elterlichen Hof im Jahr 2000 übernommen. Seitdem führt er ihn gemeinsam mit seiner Frau Petra als Familienbetrieb im Haupterwerb. Neben Acker- und Grünlandwirtschaft zählen die 43 Milchkühe mit Nachzucht zu den wichtigsten Erwerbsquellen. Ein zweites bedeutendes Standbein ist die 2003 in einem ehemaligen Getreidelager eingerichtete Ferienwohnung, in der Familien mit Kindern „Urlaub auf dem Bauernhof“ verbringen können. „Es gab schon am Anfang Schwierigkeiten“, berichtete Drexl. Die Pläne seien „prompt abgelehnt“ worden. Mit der Hilfe des Kreisobmanns und dank der Unterstützung durch Landrat Walter Eichner habe er das Appartement im ersten Stock jedoch schließlich wie geplant verwirklichen können.

Da damit neben den eigenen auch Gastkinder auf dem Bauernhof spielen, wurde auch der kleinste Winkel auf seine Kindertauglichkeit hin überprüft.

So ließ Drexl an der Treppe zur Ferienwohnung einen Handlauf auf halber Höhe anbringen, die Treppenabgänge sind mit Absturzsicherungen versehen. Die Spielgeräte - ein richtiger Spielplatz mit Rutsche, Schaukel und Trampolin - stehen auf dem weichen Rasenuntergrund vor dem Wohnhaus der Gastgeber. Kamera am Traktor Erst bei genauem Hinsehen ist der direkt daneben befindliche Teich als kindersicher zu erkennen. Nachdem ein schützender Zaun die Kinder vielmehr zum Überklettern ermutigt habe, habe die Familie direkt unter der Wasseroberfläche ein von Kleinkindern begehbares Gitter anbringen lassen, erzählte Petra Drexl. Von der Zufahrt ist der Spielbereich durch einen Zaun getrennt. „Dies ist besonders wichtig, weil schwere landwirtschaftliche Maschinen und andere Fahrzeuge ständig ein- und ausfahren“, erklärte Reinhold Watzele (LBG). Er zeigte bei einer Betriebsbesichtigung auf, was auf einem Bauernhof getan werden kann, um Kinder vor Unfällen zu schützen. Bernhard Drexl freute sich über den Erfolg seiner Bemühungen:„Die Gäste sind jetzt richtig locker und lassen ihre Kinder beruhigt spielen.“ Auf dem Drexl-Hof ist nicht nur der Gästebereich, sondern das gesamte Betriebsgelände gefahrenfrei gestaltet. Nicht benötigte Ladewände sind an der Wand befestigt, Leitern mit Klappbrettern gesichert, nicht ständig benutzte Arbeitsräume abgeschlossen. Der Aufgang zum Heuboden ist mit einer Gittertür mit innenliegendem Schloss versperrt. Und extra zum Toben hat Bernhard Drexl in der Scheune einen „Mini-Heustadel“ eingerichtet. Da Traktoren und Zugmaschinen eine erhebliche Gefahrenquelle für im toten Winkel spielende Kinder darstellen, sind die schweren Fahrzeuge mit einer Rückfahrkamera versehen. Über einen im Monitor im Führerhaus hat der Fahrer so jederzeit im Blick, was sich hinter ihm ereignet. „Wenn man die hohen Anschaffungskosten für einen Schlepper bedenkt, macht das Sicherheitssystem das Kraut auch nicht mehr fett“, empfahl Watzele. Das Beispiel soll nun Schule machen und möglichst viele Landwirte motivieren, ihren Hof für die eigenen und fremde Kinder so sicher wie möglich zu gestalten. Unter anderem in einer Broschüre, einem Videofilm und verschiedenen Spielen erklärt der auch als Plüschfigur erhältliche „Kater Moritz“ für alle Altersstufen, welche Gefahren auf einem Bauernhof lauern können. Für alle interessierten Landwirte und Verantwortliche hält die LBG eine anschauliche Checkliste sowie ausführliches Informationsmaterial bereit. Die Materialien sind über den Bundesverband der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften im Internet unter www.lsv.de oder telefonisch unter der Nummer 0561/9359420 zu beziehen